Wie Du bewusster mit Deinen Gefühlen umgehen kannst und dadurch zu Dir selbst findest!

Sich mehr für die eigenen Gefühle zu öffnen oder über das zu reden was einem tief bewegt ist nach wie vor ein Bereich, der ganz gerne umgangen wird. Und warum gibt es eigentlich kein eigenes Fach in der Schule, in dem die Kinder von klein auf lernen, wie man mit Gefühlen aller Art umgehen kann, so dass man die Angst und Bedrohlichkeit davor verliert? In einer Gesellschaft, die noch zu sehr in dem Modus des Verdrängens ist lässt sich das sehr schwer umsetzen.
Gefühle aller Art durchziehen unser Leben, bewegen uns und sorgen dafür, dass wir uns lebendig fühlen. Doch verdrängen wir Gefühle, verlieren wir zunehmend den Kontakt zu uns selbst.

Da mich dieses Thema ständig durch mein Bewusstheitscoaching und in der nie endenden Arbeit an mir selbst begleitet, möchte ich in diesem Artikel Euch wichtige Hinweise geben und Möglichkeiten aufzeigen, wie befreiend es sein kann Gefühle wieder ein ganz bewusster Teil Deines Lebens werden zu lassen.

Das Verdrängen der Gefühle ist eine zentrale Ursache dafür, dass wir uns erschöpft, energielos, unglücklich und innerlich leer fühlen. Auch einige somatische Krankheiten haben ihren Ursprung darin.
Doch: Gefühle können nicht einfach beiseite geschoben werden, sondern bleiben weiterhin unverarbeitet im Unbewussten. Wenn das Gefühl verdrängt bleiben soll ist eine ständige Anspannung nötig, da diese sonst nach oben kommen würden: Der Atem wird dabei kontrolliert und verschiedene Muskeln angespannt (z. B. des Bauchs, Brust und des Kiefers).

Warum erleben wir Gefühle oft als so bedrohlich?

Es gibt verschiedene, tiefe Ängste und Vorstellungen, die dem Fühlen im Wege stehen und von denen wir alle betroffen sind. Dies bewusst wahrzunehmen und zu verstehen ist der Schlüssel zur Veränderung im Umgang mit unseren Gefühlen:

1) Angst vor der Unaushaltbarkeit
Die Angst ein Gefühl nicht auszuhalten bedeutet buchstäblich die Befürchtung durch das Gefühl umzukommen. Das kann eine Vorstellung sein zu ersticken oder dass man durch die starke Körperanspannung nicht mehr richtig atmen kann. Oder dass das Herz aufgrund eines bestimmten Gefühls so schnell schlägt und versagt. Wichtig: Diese Angst beruht nicht auf einer Erfahrung, sondern ist ein Gedanke! Die Erwartung, dass es einem umbringt, wenn man es zulässt. Dieses Beispiel zeigt, dass wir mit unseren Gedanken starke Gefühle erzeugen können, die nicht von selbst entstehen, sondern gemacht sind.
2) Angst die Kontrolle zu verlieren
Die Angst vor der Unaushaltbarkeit zieht die Angst die Kontrolle zu verlieren nach sich. Wenn ein sehr starkes Gefühl mit voller Wucht - wie z. B. lange unterdrückte Wut - hochkommt, kann es sein, dass man das Gefühl hat man müsse ausrasten oder losschreien. Diese Katastrophenfantasie ist uns meist unbewusst: Sich diese bewusst zu machen und zu verstehen sind erste Schritte zur Loslösung davon. Bei genauerem Hinschauen und Fragen "Was geschieht denn genau, wenn ich die Kontrolle verliere?" könnte eine Erinnerung an einen starken Wutanfall auftauchen, der damals so überwältigend war und man Angst hatte von den Gefühlen zerrissen zu werden.
3) Angst das Gesicht zu verlieren
Wir trauen uns oft nicht unsere Gefühle zu zeigen, da wir uns Gedanken darüber machen, dass Andere sich lustig darüber machen. Der Spruch "Kleine Indianer weinen nicht" wird leider nach wie vor verwendet und bringt den Kindern von klein auf bei nach Außen hin gut dazustehen und sich nicht als "Weichei" zu zeigen. Damit beginnt das Unterdrücken von Gefühlen.
4) Angst vor dem Tod
Die Basis all unserer Ängste ist die Todesangst. Das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft immer noch sehr verdrängt und erschwert daher auch den Umgang mit tiefen Ängsten insgesamt. Auch hinter der Angst ein Gefühl nicht auszuhalten oder die Kontrolle zu verlieren liegt die Todesangst.
 

Wie kann ich mich für meine Gefühle öffnen und diesen Raum geben?

Wir haben alle die Fähigkeit in uns Gefühle ganz da sein zu lassen und durchzufühlen. Sowohl die unangenehmen als auch die angenehmen Gefühle. Dieser Umgang will wieder entdeckt werden. Hier sind einige wichtige Hinweise für Dich:

  • Zunächst entscheide Dich ganz bewusst Deinen Gefühlen zuzuwenden, öffne Dich dafür. Das kann eine Traurigkeit, Verzweiflung, Wut, Traurigkeit, Scham oder auch Freude sein.
  • Erlaube Dir alles zu fühlen was auftaucht und nimm Dir Zeit dafür. Die Frage "Was fühle ich jetzt?" unterstützt Dich dabei. Diese Frage kannst Du - nachdem Du in Kontakt mit einem Gefühl gekommen bist - in kleinen Abständen Dir immer wieder stellen.
  • Lasse alles geschehen, was beim Fühlen wie von alleine geschehen möchte. Dabei können auch Körperreaktionen und -bewegungen auftauchen, die Du einfach da sein lässt. Auch lasse möglichst den Atem frei fließen.
  • Wichtig ist, dass Du nicht auf das Gefühl hinrennst, es forcierst oder davon weggehst. Über es nachdenkst und bewertest. Es verändert sich von ganz alleine dadurch das Du nichts mit ihm machst! Es kann sein, dass wenn ein Gefühl durchgefühlt und verbrannt ist, ein anderes auftaucht. Das muss aber nicht sein.
  • Falls während des Fühlens Gedanken oder Geschichten auftauchen, wende Dich wieder Deinen Gefühlen zu und gib Dich diesem Sog nicht hin.

Du wirst feststellen, dass Du durchs Fühlen zunehmend lebendiger wirst und Körperanspannungen sich lösen. Durch diese Erlaubnis spürst Du wieder mehr Lebensfreude, inneren Frieden und Du wirst authentischer.

In unserer Welt wäre es auch um einiges friedlicher, wenn Gefühle einen anderen Stellenwert im Leben bekommen würden und diesen Raum gegeben wird.

Was unterstützt Dich dabei Deinen Gefühlen zu öffnen? Ich freue mich über den Austausch!

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