Mit dem Wildkraut Bärlauch Bärenkräfte in Dir wecken!

Wie Du mit dem Knoblauch des Waldes neue Kraft tankst und lecker kochen kannst

Der März ist da und somit auch die ersten Wildpflanzen, die den Frühling begrüßen! Dazu gehört auch der beliebte Bärlauch, der nun aus seinem Versteck gekommen ist und sich der Sonne entgegenstreckt.

    Bereits unsere Vorfahren - wie z. B. die Germanen und Kelten - verehrten den "Bärenlauch" als eine ganz besonders heilkräftige Pflanze und stärkten sich damit.

    Der Bärlauch ist in den vergangenen Jahren in der Frühjahrsküche immer beliebter geworden und auch seine reinigende und entgiftende Wirkung wird zunehmend geschätzt. Ich selbst habe auch sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht, daher nun ein eigener Blogartikel dazu!

    Wo Du den Bärlauch findest und wie Du ihn richtig bestimmst

      Bärlauch wächst in fast ganz Europa und bevorzugt lichte Laubwälder mit feuchten, humus- und nährstoff-
      reichen Böden. Besonders wohl fühlt er sich unter Buchen.
      Beim Sammeln des Bärlauchs ist besondere Achtsamkeit wichtig, um seinen Bestand zu schonen. Daher solltest Du von jeder Pflanze nur so viele Blätter abpflücken, dass ca. 2/3 noch stehen bleibt, damit sie sich erholen kann.In Schleswig-Holstein und Brandenburg steht der Bärlauch auf der roten Liste gefährdeter Arten.

      Der Bärlauch hat eine recht kurze Saison von März bis Mitte Mai. Die Bärlauchblätter sammelst Du am besten vor dem Aufbrechen der Blütenknospen. Vor der Blüte ist der Geschmack intensiver und die gesundheitliche Wirksamkeit ist viel stärker. Danach können die Blätter auch noch verwendet werden, der Geschmack wird allerdings schärfer und strenger. Die Blüten sind ebenso eine Delikatesse!

      Wichtigsten Bestimmungsmerkmale:

      • Größe: bis zu 15-50 cm
      • Blätter: saftig-grün, glänzend, obere Seite dunkler, lanzettlich geformt, weicher 3-kantiger Stengel
      • Blüte:  bis zu 20 sternförmige, kleine Blütchen auf einem Blütenstiel, in einer Scheindolde 
      • Samen: während Blütezeit grüne Samen in einzelnen Blüten, ausgereifte braun-schwarze Samen, wenn Blüten verblüht sind
      • Geruch: nach Knoblauch, v. a. beim Zerreiben

      Weitere Infos zur Bestimmung findest Du hier.

      Worauf Du beim Sammeln achten musst! Giftige Doppelgänger des Bärlauchs

        Quelle: Josef Schlaghecken

        Der Bärlauch ist mit dem giftigen Maiglöckchen, der Herbstzeitlose (diese beiden sind stark giftig!) und dem Aronstab zu verwechseln. Diese könnt ihr auf der obigen Übersicht sehen! Woran Du ihn gut erkennen kannst ist der Lauchgeruch, der bei keiner der drei giftigen Pflanzen vorhanden ist.

        Ein paar zusätzliche Hinweise zur unterschiedlichen Blattbeschaffenheit der Pflanzen geben nochmal zusätzliche Sicherheit. Denn es kann sein, dass Du den Knoblauchgeruch noch an den Fingern hast, das Maiglöckchen pflückst und der Geruch immer noch da ist:

        • Bärlauch: weiche Blätter, Blattunterseite matt, in einzelnen Stängeln, eher nach unten hängend 
        • Maiglöcken: steifere Blätter, Blattunterseite glänzend, meist zwei Blätter aus der Wurzel, die nicht an Stielen sitzen.
        • Herbstzeitlose: Die Blätter wachsen nicht im Wald, sondern normalerweise auf Wiesen, sind fest und hart, mehrere Blätter aus einem Stiel, meist schon früh eine Knospe in der Mitte
        • Aronstab: Blätter sind pfeilförmig

        Weitere, wichtige Infos zu den Gefähren beim Bärlauchverzehr findest Du hier.

        Hinweis!:
        In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Bärlauch nicht gegessen werden, da er eine Fehlgeburt oder einen Abgang verursachen könnte.

          Heilende Kräfte des Waldknoblauchs

          In den Bärlauchblättern und - blüten sind einige, wohltuende Stoffe enthalten, die entgiftend, reinigend wirken und über die Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen: Dazu zählen viel Vitamin C, Vitamine B1 und B2, Mineralien und Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Magnesium. Das schwefelhaltige, ätherisches Öl (Lauchöl) sorgt für den typischen Knoblauchgeruch. 

          Falls Du eine Frühjahrskur (ca. 4 - 6 Wochen) machen möchten, ist der Bärlauch genau richtig: Er regt den gesamten Stoffwechsel von Magen, Darm, Leber und Galle an und bringt neuen Schwung und Lebenskraft.

          Er wirkt ebenso unterstützend zur Reinigung und Aufbau des Darms bzw. der Darmflora: Eine gestörte Darmflora (z. B. durch Antibiotika) wird wieder hergestellt und ungewollte Darmbakterien werden abgewehrt. Bärlauch wehrt ungewollte Darmbakterien und Parasiten ab.

          So wie Du das vom sicherlich Knoblauch kennst, unterstützt er das Herz-Kreislaufsystem, senkt den Blutdruck, sorgt insgesamt für eine gute Durchblutung und beugt somit Arterienverkalkung vor. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass das Gehirn besser durchblutet wird und somit das Gedächtnis fit gehalten wird.
          Bei Hautausschlägen sorgt er aufgrund seiner blutreinigenden Eigenschaften dafür, dass die Ursache von innen her gelöst wird.

          Was auch herzuheben ist, dass der Bärlauch aufgrund seines Schwefelgehalts dem Körper dabei hilft Umweltgifte und Schwermetalle auszuleiten! Das ist ja leider aufgrund zunehmender Umweltverschmutzung ein großes Thema. In der Entgiftungskur nach dem deutschen Arzt Dr. Klinghardt wird die Einnahme von Bärlauch empfohlen.

          Neben dem kurmäßigem, frischen Verzehr von Bärlauch kannst Du Dir aus den Bärlauchblättern ganz einfach eine Tinktur selbst herstellen. Somit stehen Dir seine Heilkräfte länger übers Jahr zur Verfügung:
          Dazu schneidest Du frische Bärlauchblätter klein, gibst sie ihn ein verschließbares Glas und füllst es mit mind. 40 % Alkohol (z. B. Wodka, Korn) auf, so dass das Kraut vollständig bedeckt ist. Das Ganze lässt Du ca. 2 - 3 Wochen verschlossen ziehen. Danach seihst Du du die Pflanzenteile ab und füllst den Auszug in eine dunkle Flasche ab. 

            Welche Hinweise gibt es von Hildegard von Bingen zur Verwendung dieses Lauchgewächses?

            Hildegard von Bingen empfahl Bärlauch möglichst gekocht zu essen. Dies mag von ihrer Ansicht kommen, dass Lauchgewächse zu den sog. "Küchengiften" zählen und Lauch roh gegessen, die Körpersäfte ins Gegenteil verkehrt. Menschen, die einen sehr empfindlichen Magen haben, weisen oft eine Unverträglichkeit gegenüber Bärlauch auf, was insgesamt bei Lauch- oder Zwiebelgewächsen der Fall ist.

            Ich persönlich vertrage Bärlauch in angemachter Form z. B. als Pesto, im Salat mit Öl/Essig oder gekocht auch besser. Kleine Mengen roh gegessen sind für mich kein Problem. Ich schätze seine Heilkräfte sehr und liebe den Geschmack! 

            Aber wie das bei allen Ernährungsformen und -empfehlungen der Fall ist: Am besten seine eigenen Erfahrungen machen, das genießen was einem gut tut und dabei auf sein Bauchgefühl hören smiley.


              Was Du alles Leckeres aus dem Bärlauch zubereiten kannst

              Der Bärlauch passt wunderbar zu allen Gerichten, bei denen der Geschmack von Knoblauch nicht fehlen darf. Falls Dir der Geschmack zu streng sein sollte: Durchs Kochen wird er etwas milder.
              Um möglichst seine ganzen Kräfte nutzen zu können, solltest Du ihn frisch verwenden, da er durchs Trocknen an Kraft verliert.

              Bevor ich Dir einen Überblick zu Verarbeitungsmöglichkeiten von Bärlauch gebe, findest Du im Folgenden ein Bärlauchpesto-Rezept. Dadurch lässt er sich sehr gut haltbar machen und Du kannst ihn über längeren Zeitraum noch genießen.

              Rezept "Bärlauch-Pesto mit Mandeln"

              Zutaten
              •    100 g Bärlauch
              •    50 g geschälte Mandeln
              •    25 g geriebenen Parmesan
              •    ca. 60 ml Sonnenblumenöl (oder Olivenöl)
              •    ca. 2 EL Zitronensaft 
              •    1 schwach gehäufter TL Salz
              •    Galgant (oder Pfeffer)
              •    wer es gerne schärfer mag: Chiliflakes 

              Zubereitung
              •    Den Bärlauch sauber waschen, mit einem Tuch trocknen und klein schneiden.
              •    Die geschälten Mandeln in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Danach im Mixer zerkleinern bis sie fein
                   zerhackt, aber noch nicht cremig sind. 
              •    Die Mandeln mit dem Bärlauch, Parmesan, Öl, Zitronensaft in einem Mixer oder Mörser zu einem
                   cremigen Pesto verarbeiten. Mit Salz, Galgant und ggf. Chiliflakes abschmecken.
              •    Das Pesto in Gläser füllen und im Kühlschrank lagern. 

              Bei Pesto verwende ich in der Regel kaltgepresstes Sonnenblumenöl, da ich den Geschmack von Olivenöl nicht so gerne mag.
              Die Kombination mit Mandeln finde ich sehr lecker. Zudem sind Mandeln sehr gesund, da sie hochwertiges Eiweiß und gesundheitlich nötige Fette (Öl) enthalten, die wertvoll für die Gehirn- und Nervenfunktion, Knochen, Lunge, Leber, Nieren und Harnwege sind.

              Weitere Tips zur Verarbeitung von Bärlauch in der Küche

              Die folgende Auswahl ist natürlich nicht vollständig smiley. Falls Du Lust darauf bekommen hast mehr mit dem Bärlauch zu kochen und zu experimentieren, wirst Du hier sicherlich fündig: 

              • Bärlauch-Curry-Butter, Bärlauch-Walnuss-Aufstrich, Bärlauch-Tzatziki
              • Bärlauchbrot, -brötchen
              • Bärlauchkräker
              • Bärlauch-Hirse-Plätzchen
              • Datteln im Bärlauchmantel
              • als Beigabe zusammen mit anderen Wildkräutern in der Neun-Kräuter-Suppe, in Gemüsesuppen oder pur als Bärlauchsuppe
              • Bärlauchnudeln, -gnocchi
              • Bärlauchpfannekuchen
              • Bärlauch-Spargel-Risotto
              • Bärlauchblüten im Backteig
              • Bärlauch-Ananas-Smoothie
              • oder als Beigabe und Deko z. B. in Salaten oder zu Pasta

              Als Würzmittel

              • Bärlauchsalz (besonders lecker ist eine Mischung aus Bärlauchblättern mit getrockneten Orangenschalen)
              • grüne Bärlauchsamen wie grüner Pfeffer, ausgereifte Samen trocknen, mahlen und als Pfefferersatz
              • Bärlauchessig (mit Weißweinessig, sowohl mit Blättern als auch mit Blüten)
              • Bärlauch-Koriander-Öl (sowohl mit Blättern als auch mit Blüten)
              • Bärlauchkapern (geschlossene Bärlauchblütenknopsen)
                 

              Welche Erfahrungen hast Du mit Bärlauch gesammelt? Was ist Dein Lieblingsrezept?

              Ich freue mich über Deinen Kommentar

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